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Aufenthalt in Bödingen Altenheim St. Augustinus Reitverein Bödingen e.V.

 

Wallfahrtskirche Zur schmerzhaften Mutter

Kirchenführungen mit Peter Hilleke: Mailanfrage: kirche@hennef-boedingen.de

              

Unsere Kirche von 1397

              

Großkreuz von 1500  

     

          Unser Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter von 1350

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Erreichbarkeiten:

In Seelsorgerischen Angelegenheiten für Bödingen und Stadt Blankenberg:

Pfarrvikar Reinhard Friedrichs, Tel.: 916879, Fax: 8741857

 

Öffnungszeiten des Pfarrbüros Bödingen:

mit Sabine Kranz

Dienstag           09.00 – 11.00 Uhr

Erreichbarkeit: 1. pastoralbuero@seelsorgebereich-hennef-ost.de

2. sabine.kranz@seelsorgebereich-hennef-ost.de

Nur dienstags: Tel.: 02242/2550, Fax: 02242/916862, e-mail: Marienboedingen@t-online.de

*

Geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes:: Helmut Walterscheid, Tel.: 02242/912684, Fax: 02242/5178, Mobil: 0171/1418542

Leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Hennef-Ost:

pastoralbuero@seelsorgebereich-hennef-ost.de

Christoph Jansen, Tel.: 2620 oder Pfarrbüro "Liebfrauen" Tel.: 873929

Pfarrgemeinderat

 

 

 

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Orientierungshilfe der bedeutenden Gemälde und Statuen

Die Kirche ist, wie fast alle alten Kirchen, mit dem Chor nach Osten ausgerichtet.

 

Chorraum:           Ostseite: Stifterfenster mit Erzbischof Hermann von Hessen 1500

                                               Hinter dem Hochaltar Reliquien des Hl. Gereon in Glasvitrine 1420

                                           (Der Chorraum darf nur bei Gruppenführungen betreten werden)

 

                                      Links und rechts die 4 Evangelisten (aus dem alten Predigtstuhl)

 

Vor dem Chor:    Hochkreuz (Korpus von 1500)

 

Querhaus links:   Fresko von der Menschwerdung Christi 1450

                            Pilgerkreuz der Pilger aus Holland 1487

 

Querhaus rechts:  Gnadenaltar 1750 mit der „Schmerzhaften Mutter“ 1350

                            Gemälde der Kreuzigung Christi 18. Jh

 

Langhaus links:   7-Schmerzen-Mariens-Station in Terrakotta 1927

 

Langhaus Mitte:   Gemälde v. hinten nach vorne:

Kreuzigung 18 Jh.

                                                                  Johannes d. Täufer mit Lamm Gottes 18.Jh

                                                                  Hl. Josef mit Jesuskind 18. Jh

                            Gemälde rechte Seite:    Augustinus im Garten „Nimm und lies“ 18. Jh

 

                            Links unten auf einer Steele:   Beweinungsgruppe 15 Jh.

 

Langhaus rechts:  Schrifttafeln von den Stiftern Wilhelm und Bertram v. Nesselrode

                            Schwarzer Marmorepitaph des Wilhelm v. Nesselrode v. 1599

 

Über dem Turmeingang: Gemälde des Hl. Donatus 17. Jh

 

 

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Unser Kardinal und Erzbischof

Rainer Maria Kardinal Woelki

* 18.08.1956 in Köln, 14.06.1985 Priesterweihe in Köln, 30.03.2003 Bischofsweihe, Weihbischof in Köln (Nord), 02.07.2011 Ernennung zum Erzbischof von Berlin, 18.02.2012 Aufnahme in das Kardinalskollegium durch Papst Benedikt XVI, 11.07.2014 Ernennung zum Erzbischof von Köln, 20.09.2014 Einführung als Erzbischof von Köln

Unser Weihbischof

Ansgar Puff

8. Januar 1956 geboren in Mönchengladbach

26. Juni 1987 Priesterweihe

1987 bis 1991 Kaplan in Köln-Klettenberg

1991 bis 1996 Kaplan in Köln-Vingst

1996 bis 2012 Leitender Pfarrer in Düsseldorf-Oberbilk und -Eller (St. Pius X., Eller-West, St. Josef Oberbilk und St. Apollinaris)

2008 bis 2012 zusätzlich Leitender Pfarrer des Seelsorgebereichs Unter- und Oberbilk, Friedrichstadt und Eller-West (St. Antonius, St. Apollinaris, St. Josef, St. Martin, St. Peter und St. Pius X.)

2004 bis 2012 stellvertretender Stadtdechant in Düsseldorf

1. Mai 2012 bis 31. August 2013 Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat

 

 

Unsere Kirche

(siehe auch Seite: Chronik)

Zur Kirche gehört in erster Linie selbstverständlich das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter, welches Sie oben auf dieser Seite und über den Link "Schmerzhafte Mutter" finden werden.

Die spätgotische Pfarr- und Wallfahrtskirche ist der „Schmerzhaften Gottesmutter“,  der Heiligsten Dreifaltigkeit sowie den hl. 3 Königen geweiht und wurde von 1397 – 1408 erbaut. Anfangs nur das Langhaus mit dem überragenden Westturm, der in dieser Zeit eigentlich nur den Pfarrkirchen vorbehalten war. 1439 begann man mit dem Bau des Querschiffes und das große Chor folgte1490 - 1500.  Der Turm ist nicht als eigener Baukörper vor die Kirche gesetzt, sondern tritt im Unterbau so gut wie gar nicht in Erscheinung, da er dem gleichmäßig bis zur Westwand durchlaufenden Mittelschiff nur aufgesetzt ist. Im letzten Jahrhundert des Mittelalters, bevor mit Reformation und Renaissance die so genannte Neuzeit anbrach, war die Kirche fertig gestellt.  Der hohe Schieferhelm des dreigeschossigen Westturmes  ist der weithin sichtbare Fixpunkt in der Landschaft. Sein aus Bruchstein gemauerter Unterbau besticht bei aller Einfachheit durch die gute Proportion und klare Gliederung. Seine westliche Seite (früher Haupteingang) wird von einer hohen Spitzbogenblende eingenommen, die ein Doppelportal und darüber ein großes vierbahniges Maßwerkfenster umschließt, die beide fast die ganze Höhe und Breite des Mittelschiffs im Innern einnehmen.  Alle Seiten der beiden oberen Turmgeschosse sind durch je zwei schmale Maßwerkfenster sicher gegliedert, im Mittelgeschoss als Blendfenster geschlossen, im obersten Geschoss als Schallfenster für die Glocken geöffnet. Seit über 600 Jahren schallen die Glocken über das Land; zwei von ihnen, Johannes Ev. und Maria geweiht, tragen in ihrer Inschrift die Jahreszahl 1397 bzw. 1398 und gehören somit noch zur ältesten Ausstattung. Die Glocken sind erhalten geblieben und während den Kriegszeiten in Sicherheit gebracht worden. Die größte ist von 1470 und hat ein Gewicht von 1740 kg. Sie ist in „D“ gestimmt. Die älteste Glocke  von 1397 wiegt 1000 kg und ist in „F“ gestimmt. Sie ist die Mittagsglocke. Die dritte Glocke mit 400 kg, von 1398, ist in „A“ gestimmt. Alle drei Schiffe sind mit Kreuzrippen gewölbt und haben ganz den Charakter einer schlichten spätgotischen Kirche, fast ohne bauplastischen Schmuck. Die glatten Hochwände des Mittelschiffs ruhen auf Spitzbogenarkaden mit ungegliederten Pfeilern, die Gewölbe auf glatten, eckig aus der Wand vorspringenden Vorlagen, die im unteren Teil mit den - im Kern quadratischen - Schiffspfeilern verschmelzen und ihnen damit die ungewöhnliche sechseckige Grundrissform verschaffen. Hier wird besonders deutlich, wie die einst vielfältigen bildhauerischen Formen der klassischen Gotik mit ihren Säulen, Diensten und Kapitellen nun, in der Spätgotik, zu einfachen stereometrischen Flächen und Kanten verschliffen sind. Die hoch sitzenden, rundbogigen Obergadenfenster wirken klein wie "Restfenster" in der schmalen Zone zwischen dem äußeren Anschlag der Seitenschiffdächer und dem Hauptgesims des Mittelschiffdaches. Als Lichtquelle spielen sie kaum eine Rolle, im Gegensatz zu den Fenstern der Seitenschiffe und dem großen Westfenster, das sich nahezu in der ganzen Breite und Höhe des Hauptschiffs dem Licht öffnet. Trotz seiner Schlichtheit im Ganzen wie im Detail ist das Innere des Bödinger Langhauses von großer Harmonie.  1424 kamen die Augustiner-Chorherren aus Windesheim (Holland) nach Bödingen. Herzog Adolf von Berg hatte sie berufen. Der Orden verlangte Umbaumaßnahmen. In den folgenden Jahren erfolgte der Anbau eines eigenständigen, in sich abgeschlossenen Gebetsraumes, für die Gebete der Ordensgeistlichen. Diese Lösung blieb jedoch Notbehelf. Der bescheidene Chorraum von 1400 konnte den unterschiedlichen Belangen von Stiftsgottesdienst und Wallfahrtswesen auf die Dauer nicht genügen. Und so wurde im letzten Viertel des 15. Jh. dem bestehenden Schiff ein neuer, prächtiger Chorbau angefügt, noch heute das architektonische Schmuckstück der Kirche. Er hebt die Bödinger Kirche aus der Vielzahl anderer Kirchen der Zeit heraus und stellt sie in die Reihe bedeutender Marienheiligtümer. Im Innern des Chores stehend - oder mit Blick auf die Grundrisszeichnung - wird die Struktur des Chorbaues deutlicher. Mit den sieben Seiten des Zehnecks bildet er fast einen Dreiviertelkreis, der nur mit etwa einem Viertel seines Umfangs noch mit dem Querhaus verbunden ist. Alles in diesem Raum ist auf die Mitte bezogen. Von ringsum strömt das Licht durch die sieben großen Fenster in den Raum. Je ein dünner, kantiger Dienst in den Polygonecken zwischen den Fenstern, über Laubkonsole und mit Laubkapitell, leitet zu ebenso dünnen, sehnigen Gewölberippen über. Wie in einem Brennspiegel treffen die acht Rippen in der Raummitte über dem Altar zusammen. Altar - Gewölbeschlussstein - Spitze der Dachpyramide bilden eine lotrechte Achse, deutlich vernehmbar drinnen und draußen. Ein Chor, der eigentlich ein (verhinderter) Zentralbau ist.

Das spätgotische, um 1500 von dem Kölner Erzbischof Hermann von Hessen (1475 - +1508) gestiftete Mittelfenster des Chores ist schon um 1880 ergänzt worden. Die delikaten und zarten Grisaillescheiben über und unter den mittelalterlichen Glasmalereien und in den Seitenfenster des Chores wurden 1976 und 1968 nach Entwurf von Paul Weigmann ausgeführt. Größe je Fenster: ca. 1,60 x 6,80 m.

Dieses mittlere, sehr kostbare Chorfenster ist als einziges buntes Fenster erhalten geblieben und zeigt im oberen Teil die Kreuzigungsszene, mit Maria, Maria Magdalena und Johannes unter dem Kreuz. 3 Engel fangen in goldenen Kelchen das Blut aus den Wunden Christi auf. Im unteren Teil sehen wir kniend den Stifter (Erzbischof Hermann von Hessen), der Hl. Petrus (Patron des Erzbistums Köln) hinter ihm stehend und rechts die Hl. Elisabeth, Stammmutter des Geschlechts der Landgrafen von Hessen. In der Mitte das Wappenschild des Erzbistums Köln mit dem schwarzen Kreuz, darüber der Helm mit Federbusch und Visier unter einer großen Hostie.

Im Querschiff befindet sich ein Fresko der Verkündung aus der Mitte des 15. Jh. in frischem Putz gemalt durch eine Kölner Werkstatt. Dieses Bildnis ist der letzte Rest der mittelalterlichen Ausmalung der Kirche.

Im Memorienbuch der Pfarrei stehen Stiftungen von Altären vermerkt. Der Bertram Altar, gestiftet vom Sohn des Wilhelm v. Nesselrode, der der allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht wurde. Er stand am 2. Seitenpfeiler des rechten Seitenschiffes. Der Altar für die Hl. Anna, der am 1. Pfeiler des südl. Seitenschiffes aufgestellt war, der Altar der unschuldigen Kinder, der am 3. Pfeiler d. südl. Seitenschiffes aufgestellt war und der Altar des hl. Dionysius, am 2. Pfeiler des südl. Seitenschiffes. Ein weiterer Altar war der Stein´sche Altar, ein schwarzer Renaissance-Marmoraltar -Gedenktafel-, gestiftet 1599 von Wilhelm v. Nesselrode, Kanzler des Herzogtums Jülich-Berg für seine verstorbene Gattin, der Elisabeth von Schwarzenberg (Alabasterfigur). 16 Wappen ihrer Ahnen sind angebracht (Taufaltar). Über dem Gesims wird auf einem Relief die Auferweckung des Lazarus dargestellt. Eine wertvolle Madonnenfigur steht auf dem Epitaph, die ursprünglich einen anderen Platz hatte. Die Übersetzung lautet: Lebet wie (bald) Sterbende und betet für sie.  Die weitere Übersetzung des unteren Textes: Die hoch geachtete Herrin Elisabeth, Baronin von Schwarzenberg, edel von Herkunft und Charakter, verband mit der Vornehmheit ihres Geschlechts feine Sitten und ein würdevolles Aussehen auf lobenswerte Weise. Sie starb mit 42 Jahren in der Blüte eines Lebens wahrer Treue und Liebe zu Gott und ihren Mitmenschen, aus dem sie, allseits hoch geachtet, am 8. Juni 1699 durch die Wassersucht dahingerafft wurde, betrauert von vielen Menschen. Für sie, seine innig geliebte Gasttin, mit der er in ehelicher Liebe 20 Jahre verbunden gewesen war, errichtete dieses Denkmal Wilhelm von Nesselrode zu Ehreshoven, der Herzöge von Jülich und Berg Ratgeber, Kanzler und Statthalter in Blankenberg, zur Erinnerung an diese unzertrennliche Verbindung, trauernd und voller Schmerz, im Jahre 1600. Lebt wie die Verstorbene und betet für sie.

Insgesamt befanden sich 11 Altäre in der Kirche, so noch der Kreuzaltar, der St. Agatha-Altar, der Jacobus-Altar, Erzengel Michael-Altar und der Hauptaltar.. Die steinerne Mensa des Hochaltares  mit tief eingeschnittener Spitzbogenarkatur und kräftig profilierter Deckplatte stammt aus der Erbauungszeit des Chores um 1500 und ist dem Hl. Augustinus geweiht. Das große Holzkreuz ist erneuert worden, doch der Korpus Christi stammt aus dem Anfang des 16. Jh.  

Der Gnadenaltar ist von 1750, darin das wundertätige Gnadenbild der Schmerzensmutter mit dem kindhaft kleinen Korpus des vom Kreuze abgenommenen Christus in den Armen seiner Mutter. Der Korpus wurde 1922 erneuert, da er verschwunden war.  Hier wird Christus durch die Verkleinerung als Kind der Gottesmutter dargestellt, aber mit den Wundmerkmalen, die das Leiden der Mutter symbolisieren. Sie hat den Leidensweg mitgemacht und unter dem Kreuz gestanden. 1439 wurde das Gnadenbild vom Hochaltar auf einen beim Aufgang in das Chor eigens errichteten Altar (Lettner-Altar) verbracht. Somit standen zwei Altäre hintereinander, der eine für den Dienst der Chorherren und der andere für die Gemeinde. Der Chorraum war abgetrennt und durch zwei Türen betretbar. 1630 wurde der Lettner abgerissen. Das Gnadenbild kam auf den Seitenaltar im Südlichen Kreuzschiff. Seit 1750 befindet sich das Gnadenbild auf dem Marmoraltar.

Bis heute wird immer noch (und nur noch) am 4. Freitag nach Ostern, in Bödingen das Kompassionsfest, das Fest des Mitleidens der Schmerzensmutter, gefeiert. Eine Prozession, die durch Dorf und den Klosterhof führt und an dem zumeist ein Bischof oder Abt teilnimmt, wird von Musikkapelle und Chor begleitet. Dieses Fest (Compassio = Mitleiden, hier Mariens) entstand 1240 durch den Servitenorden. 1423 (vor fast 600 Jahren) durch ein Kölner Provinzialkonzil offiziell eingeführt und seit dieser Zeit in Bödingen gefeiert.

Der Strom der Pilger war anfänglich so stark, dass Pfarrer Meisenbach beim Papst Hilfe erbat. 4 Vikare wurden dem Pfarrer zur Seite gestellt, um den Andrang zu meistern. Die 1636 ausgebrochene Feuersbrunst hat um Kirche und Kloster alles zerstört. Wie ein Wunder blieben Kloster und die 3-schiffige Basilika unbeschädigt.

1756 stiftete Maria Charlotta von Spies zu Büllesheim geborene Freiin von und zu der Hees, die über dem Torbogen befindliche, von einem Steinmetz meisterlich geschaffene Nachbildung des Gnadenbildes dem Kloster. Sie war auch die Stifterin der ersten 7-Schmerzen Stationen, von Lauthausen nach Bödingen, wovon noch 1 Reliefplatte vorhanden ist.

1834 wurde die Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche erhoben. 1884 - 1889 erfolgte eine allgemeine Instandsetzung, und eine weitere durchgreifende Restaurierung seit 1952.

An der Außenwand der Marienseite befinden sich die steinernen Stiftertafeln des Wilhelm und Bertram von Nesselrode. An den vier Ecken tragen sie Wappen. Die größere misst 1,90 x 0,98 m und wurde von Bertram von Nesselrode (um 1435 - 1510) für seinen Vater Wilhelm von Nesselrode (1404 - 1474) in Auftrag gegeben. Die Wappen sind oben links Nesselrode -roter gezackter Querbalken-, unten links ein zerstörtes, es müsste in Analogie zur zweiten Inschrifttafel das Wappen von Wilhelms Mutter gewesen sein, rechts oben ein Löwe mit dem Kopf im Profil, das Wappen seiner ersten Frau?, rechts unten ein Klöwe mit dem Kopf en face, das Wappen seiner zweiten Frau? Der Text der Inschrift lautet: "In dem Jaren uns, Heren MCCCCLXXII, des 15. Dags in den Aprille, starff der strenge Here Wilhelm van Nesselroede, Ritter, Here zom Steyne, dem Got Genade;  derselve eyne ewige Memorie vur syn, syne aldere beider synre Huysfrauen inde synre nakomen Selen selcheit bestediget hait in dese Gotzhuse, nemlich durch dat gantze Jare zo allen maeyenden Memorie inde alle Jars eyns up den Dach synre Gracht Jairgetzyde mit alle preist, Meyssen, Vigylien inde Commendatien zu Doyn: Darzo he, umb dat sulches zo ewige Gedechtniys vollbracht werd, gegeven de Hoff zo Hasewynkel. Mit IIII overlensche Gulden, zwa Ayme wyn, die man up Zyt bynen den Maynden, as man die Memorie inde Jairgetzide heldt, verdoyn sall, als den Priestern II Firdel wyns inde den conversen Yederen I Poit wyns; item noch zwa Aymen wyns, de man ewelich zu der Consercradie des wirdigen hilligen Sacramentz up allen elteren urberen Sall; item desen gegenwordigen elter hait Her Bertram van Nesselroede, Ritter, Here zo Erensteyn, Her Wilhelms Son unde Margrete, syn Huysvraue, bestediget myt eynre degeliger ewiger myssen  mit dryn byrnende Kertzen bynen der Missen inde dryn Lampen mit oley byrnende Dach und Nacht ewelich; item den Hoff zor Heyden ind 15 overlensche Gulden us dem Hove zo Menden, dem Got genedich sy." Die vorgenannten Höfe lagen oder existieren noch bei Leichlingen (Hasewynkel), bei Königswinter-Stieldorf (zor Heyden) und im Stadtgebiet Sankt Augustin (Menden).

Die zweite Platte misst 1,62 x 0,78 m und wurde von Bertram von Nesselrode, der nicht identisch mit dem Bertram der älteren Tafel ist, in Auftrag gegeben. Sie trägt die Wappen: oben links Nesselrode, unten links einen springenden Hirsch, das Wappen der Mutter Bertrams, Eva von Bernsau?, oben rechts ein zerstörtes Wappen - es wird das Wappen seiner Frau Margarete von Etzbach gewesen sein. Die neue Übermalung zum Wappen Nesselrode ist nich richtig-, unten rechts das Wappen der Merode, der Familie von Margaretes Mutter. Der Text der Inschrift lautet: "Im Jahr ons here MVC und XV, den XXV. Dach des Maintz July, hait D., erentveste und frome Bertram van Nesselrode, Erffait zu Bell, Amptmann zo Lulstorp, diesem Gotzhuse gegeven vunffzich Golt Gulden erfflicher Renten syner und syner vor alderen zu Heil und Trost, dair vur sullen Prior und Convent dis Gotzhuys al Jaires up Dach sins Abstervens syn Jairgezide mit Missen, Vigilie, Commendatie, Geluchte und anderes goden Wercken halden und II Golt Gulden den Huys Armen spenden, dair zo alle Mayntz Gelycher Maissen syn Memorie halden und Eder Mails anderthalven Golt Gulden umb Gotz Wyllen geven vur syn, siner Huisfrauen und alderen Selen Selichheit zu ewigen Dagen." Diese beiden Inschrifttafeln und der sogenannte Steinsche Altar sind die letzten Überbleibsel von zahlreichen Hinweisen auf das Geschlecht der Herren von Nesselrode. Sie nannten sich auch Ritter, später Junker; seit 1652 waren sie Freiherren, seit 1702 Grafen.

Diese beiden Inschrifttafeln trugen später maßgeblich dazu bei, dass die Bödinger Kirche erhalten blieb. Bei der Säkularisation 1803 fiel das Bödinger Kloster an den Staat, der ab 1815 Preußen war. Preußen erkannte diese in Stein gehauenen Verträge an und gab die Kirche der Gemeinde zurück. Andere Gotteshäuser, wie Heisterbach, wurden abgerissen, die Steine verkauft.

An der Nordseite innerhalb des Langhauses sind Terrakottareliefs angebracht, die  1927 am Stationsweg von Lauthausen nach Bödingen die "Fußfälle" der 7 Schmerzen Mariens darstellten. Sie lösten die alten Steinreliefs von 1756 ab. Die gerettete Platte "Flucht nach Ägypten" befindet sich seit 2009 in der Kapelle des Seniorenhauses "St. Augustinus" Altenbödingen. Die sieben Fußfälle sollen die Vorläufer des Kreuzweges sein, der heute 14 Stationen aufweist.

Christus sagte in der Bergpredigt "Eine Stadt, die auf dem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben" (Mt. 5.14). Dies war wohl auch der Grund, warum die Gründer dieser Kirche auf den Bödinger Berg zogen. So steht im Bödinger Wallfahrtsbuch (S. 118), dass der Siegburger Dichter, Komponist und Priester Hermann Josef Mohr, das in allen deutschsprachigen Ländern gesungene Lied "Ein Haus voll Glorie schauet, weit über alle Land. Aus ew´gem Stein erbauet von Gottes Meisterhand. Gott wir loben dich ...." erstellt hat, wohl bei einer Wallfahrt nach Bödingen zu diesem Lied sich hat inspirieren lassen, denn er hat auch das überall bekannte Marienlied geschrieben: "Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus, ....". Wo hätte er besser diese Eindrücke im Rhein-Sieg-Kreis gewinnen können, als in dem Marienwallfahrtsort Bödingen, wo die Siegburger schon immer gerne hin wallfahrten. Der bekannte Siegtalwanderer und Buchautor (Das Siegthal) August Horn schrieb 1854 in seinem Buch folgenden Satz: "Zwar sind die Mönche verschwunden, aber der gastliche Sinn ist in den Mauern geblieben, wo jetzt der Bürgermeister und der Pastor ihre Wohnungen haben."  So hoffen wir, dass auch bei den jetzigen Eigentümern und Bewohnern des ehemaligen Klosters dieser gastliche Sinn erhalten bleibt.

Siehe auch Seite Chronik

 

Unsere Orgel:

 

  

Daneben ist Bödingen sehr stolz, eine neue, wohlklingende Orgel in der Kirche zu haben, die am 23. November 1997 durch den Weihbischof Dr. Klaus Dick eingeweiht werden konnte.

Nachdem die alte Klais Orgel von 1912 ihren Dienst nicht mehr zufriedenstellend ausführen konnte, eine Restaurierung und Reparatur viel zu kostspielig und unrentabel erschien, entschloss man sich, mit Hilfe eines gegründeten Orgelbauvereins, eine neue Orgel anzuschaffen. So erhielt die bekannte Orgelbaufirma Schulte den Auftrag, eine neue Orgel zu bauen und im Hauptschiff, unmittelbar am Haupteingang, aufzustellen. 22 Klangfarben waren in der Orgel eingebracht worden, als die Einweihung vollzogen wurde. Mittlerweile wurde sie um weitere Klangfarben ergänzt, um vollends einen wohlklingenden Klang der neuen Orgel zu entlocken. Hier hat sich, neben Herrn Wolfgang Harth, ganz besonders der Vorsitzende des Orgelbauvereins, Peter Müller aus Altenbödingen, verdient gemacht, um die notwendigen Gelder zu erhalten und damit überhaupt die Grundlage für diese herrliche Orgel zu schaffen.

Natürlich wäre es schade, wenn nur zu den Gottesdiensten diese teure Orgel ihre gewaltige Stimme erklingen lassen dürfte, so setzt sich der Kirchenorganist Wolfgang Harth, der sich maßgeblich für die Entstehung, Entwicklung und Erweiterung eingesetzt hat, für die ständige Repräsentation dieses Kunstwerks ein. Er organisiert Orgelkonzerte, die stets von brillianten Künstlern, auch mit Begleitung anderer Musiker, unter dem Titel "Musik und Gotik" vorgetragen werden. Eine sicherlich große Bereicherung des Bödinger Kulturlebens. Die Orgelkonzerte sind im Veranstaltungskalender aufgeführt (s. Veranstaltungen auf der Startseite).

Weihbischof Dick erklärte in seinem Grußwort zur Einweihung, dass bereits im Buch der Psalmen die Aufforderung zu finden ist: "Lobt Gott mit dem Schall der Hörner, lobt ihn mit Harfe und Zither! Lobt ihn mit Pauken und Tanz, lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel! Alles, was atmet, lobe den Herrn!" Und weiterhin wusste er zu berichten, dass bereits bei König David zum Dienst im Heiligtum er eine große Schar von Musikern berief: "Alle diese spielten beim Gesang im Hause des Herrn auf Zimbeln, Harfen und Zithern. Sie hatten ihren Dienst im Hause des Herrn nach der Weise des Königs zu besorgen".

Sie sehen also, zur Kirche, zum Gottesdienst, gehört sei je her Musik und Gesang. Dies soll in Bödingen auch erhalten bleiben.

Technische Daten:

3-manualige Schleiladenorgel, Tontraktur mechanisch, Registertraktur elektrisch, 64-facher Setzer

Spielhilfen: Koppeln mech.: II/PI/P, elektr.: Super III/P, Sub III/I, Super III/I, Sub III/II, Super III/II, Sub III, Super III, Koppelmanual, Sequenzer, Schwelltritt, Crescendowalze

Disposition: I. Manual Koppelmanual, II. Manual Hauptwerk, 1 Bordun 16´, 2 Prinzipal 8´, 3 Flauto 8´, 4 Oktave 4´, 5 Flöte 4´, 6 Superoktave 2´, 7 Larigot 1 1/3´, 8 Cornett 4fach,

9 Mixtur 3-4 fach 1 1/3´, 10 Trompete 8´, III. Manual Schwellwerk, 11 Violon 8´, 12 Gedeckflöte 8´, 13 Viola di Gamba 8´, 14 Vox celeste 8´, 15 Flute travers 4´,

16 Oktavin 2´,17 Nasard 2 2/3´, 18 Terz 1 3/5´, 19 Trompette harmonique 8´, 20 Hautbois 8´, Pedal, 21 Subbaß 16´, 22 Oktavbaß 8´, 23 Gedecktbaß 8´, 24 Posaune 16´

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